LAN-Kabel sauber verlegen: Kanäle, Leisten und der Weg zum Router
Ein LAN-Kabel offen durch die Wohnung zu ziehen ist schnell gemacht, sieht aber dauerhaft unordentlich aus und birgt Stolperfallen. Wer Wert auf eine saubere Lösung legt, plant die Strecke vom Router zum Zielgerät vorab und entscheidet sich für eine von drei gängigen Methoden: Kabelschächte an der Wand, Fußleistenkanäle oder die Verlegung entlang von Möbeln und Türrahmen. Jede Variante hat eigene Vor- und Nachteile, abhängig von Wandbeschaffenheit, Mietverhältnis und gewünschtem Erscheinungsbild.
Kabelschächte aus Kunststoff oder Aluminium werden meist mit Klebeband oder Schrauben an der Wand befestigt und nehmen ein oder mehrere Kabel auf. Sie eignen sich besonders für lange gerade Strecken und lassen sich an Ecken mit passenden Winkelstücken verbinden. Fußleistenkanäle ersetzen die vorhandene Sockelleiste oder werden darüber montiert; hier verschwindet das Kabel fast unsichtbar, und Steckdosen lassen sich direkt integrieren. Wer zur Miete wohnt und keine Bohrlöcher hinterlassen möchte, greift oft zu selbstklebenden Varianten, die sich später rückstandsfrei entfernen lassen. Entscheidend ist, dass der Kanal groß genug für den Kabeldurchmesser gewählt wird, damit das Kabel nicht gequetscht wird und sich später noch nachziehen lässt.
Für Abschnitte, in denen weder Schacht noch Leiste sinnvoll sind, bleibt die Verlegung entlang von Möbeln und Türrahmen. Wer zum Beispiel Netzwerkkabel hinter Möbeln verlegen möchte, sollte auf ausreichenden Biegeradius achten und das Kabel nicht unter schweren Schränken einklemmen. Über Türen hinweg helfen flache Kabelbrücken oder Kabelkanäle, die oben am Rahmen entlanggeführt werden. Bei Mietwohnungen sind klemmfreie Lösungen mit Klettband oder speziellen Clips eine gute Wahl, weil sie keine Spuren hinterlassen.
Vor dem endgültigen Verlegen lohnt es sich, die Gesamtlänge zu messen und Reserven einzuplanen. Ein zu kurzes Kabel lässt sich nicht strecken, und ein zu langes sorgt für unnötige Schleifen. Cat-6- oder Cat-7-Kabel sind für Gigabit-Netzwerke geeignet, sollten aber nicht scharf geknickt werden, da sonst die Schirmung beschädigt wird. Nach der Montage empfiehlt sich ein kurzer Funktionstest mit einem Kabeltester oder einem Durchgangsprüfer, bevor die Kanäle endgültig verschlossen werden.